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Ein Verein setzt sich für Pflegebedürftige in Wadgassen ein

Wadgassen
Ein Verein setzt sich für Pflegebedürftige in Wadgassen ein
red
21. Oktober 2016

Ambulante Pflege und für Pflegebedürftige die Möglichkeit schaffen, zuhause zu bleiben, sind die Ziele des Vereins zur Förderung der Kranken-, Alten- und Familienpflege. Die gesetzliche Versicherung deckt nicht alle Kosten.

Der „Verein zur Förderung der ambulanten Kranken-, Alten- und Familienpflege in der Gemeinde Wadgassen“ begeht sein 40-jähriges Bestehen. Mit rund 2000 Mitgliedern zählt er zu den größten Vereinen der Gemeinde. „Unser Ziel ist die Förderung der ambulanten Krankenpflege durch die Caritas Sozial-Station Wadgassen-Überherrn, um den Pflegebedürftigen den Verbleib in der familiären Umgebung zu ermöglichen“, erklärt Herbert Rupp, seit März 1999 Vorsitzender. Gründer waren die katholischen und die evangelische Kirchengemeinden von Wadgassen.

Die Existenzberechtigung für seinen Verein sieht Rupp darin, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung oft nicht sämtliche Pflegekosten abdecken. Und eine sinnvolle private Pflege-Zusatzversicherung bestehe nur in seltenen Fällen. Folge: Der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen zahlen die Differenz aus eigener Tasche. Der Verein übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil davon; derzeit sind es 60 Prozent. „Wir sind aber keine Versicherung, auf die man einen vertraglichen Anspruch hätte. Unsere Leistungen hängen von der finanziellen Situation des Vereins ab und können im Bedarfsfalle an die jeweilige Situation angepasst werden.“.

Durchschnittlich 45 000 Euro gibt der Verein jährlich nach eigenen Angaben für solche Mitglieder aus, die vom Personal der Sozialstation Wadgassen gepflegt werden. Die Verwaltungskosten hingegen beschränken sich auf Porto und Druckkosten. Auf eine Festveranstaltung zum 40. Geburtstag hat der Vorstand bewusst verzichtet. 279 Gründungsmitglieder gibt es aktuell noch. Der Grund für den Vereinsbeitritt hat sich gewandelt. Rupp: „Waren es früher fehlende gesetzliche Regelungen, dominieren heute die positiven Erfahrungen im Umfeld der Familie.“ Bezogen auf den Bevölkerungsanteil der über 50-Jährigen in Wadgassen „dürfte das einem Mitgliederanteil von 20 bis 25 Prozent entsprechen. „Viel mehr kann man eigentlich nicht verlangen“, meint Rupp.

Meinung:

Bürgerbewusstsein ohne Protest

Von SZ-Redakteur Johannes Werres

Einmal mehr zeigt sich: Fördervereine sind Foren der Zukunft. In ihnen organisieren sich Betroffene – hier sind es Kranke und deren Angehörige plus Menschen, die früh erkannt haben, wie wichtig ein solcher Förderverein ist – um eigene Angelegenheiten zu organisieren, um sich gegenseitig zu helfen.

Das nützt den Betroffenen auf jeden Fall, und es erzeugt auch neue Kompetenzen der aktiven Mitglieder. Hier ist einer der wenigen Orte, an denen Bürgerbewusstsein neu entsteht, ohne dass Protest das erste Motiv ist. Das haben offenbar fast ein Viertel der über 50-Jährigen in Wadgassen erkannt.






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