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Ausflug in die Römerzeit und den Wein an der Obermosel

23. September 2017 18:00

Ausflug in die Römerzeit und den Wein an der Obermosel
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23.09.2017. An einem sonnigen Samstag im September hatte Haus & Grund Riegels-berg e.V. seine Mitglieder und Freunde zur Vereinsfahrt 2017 zwecks Pflege der Geselligkeit eingeladen. Doch auch Kultur und Geschichte kamen nicht zu kurz. Es ging an die Obermosel, und zwar auf die saarländische und die luxemburgische Seite. Pünktlich nahm uns ein komfortabler Bus der Fa. Lay-Reisen, Püttlingen auf. Die Fahrt führte entlang der Saar bis nach Schwemlingen, dann ging es hinaus auf die Hochfläche des Saargaues, wo wir zunächst im Nebel verschwanden.

Erstes Ziel war die ehemalige römische Villa Borg. Auf der Gemarkung Borg wurden in den letzten Jahrzehnten die weitläufigen Siedlungsspuren einer römerzeitlichen Großvilla mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie Park- und Gartenflächen nebst Straße und Wirtschaftswegen ergraben und so wieder aufgebaut, dass man in allen Teilen der Villa herumlaufen und diese besichtigen kann. Die gefundenen Siedlungsreste erlaubten es, die Wohn- und Wirtschaftsgebäude so originalgetreu wieder herzustellen, dass weder die ehemalige Warmluftheizung noch der Farbanstrich an den Wänden fehlen. Auch die Küche ist so wieder erstanden, dass darin heute die Speisen für das angeschlossene Restaurant gekocht werden und auch Brot gebacken wird. Dabei durften wir freilich nur vom Tresen aus zusehen. Wir staunten über die Geräte, die in einer römischen Küche der Zeit zwischen 100 und 300 nach Christus vorhanden waren. Von den meisten war uns der Verwendungszweck so klar, als wären wir bei unserer (bäuerlichen) Großmutter in die Küche oder Waschküche angekommen. Hungrig waren wir allerdings nicht. Ehe unser Besuch in der Villa Borg begonnen hatte, gab es nach inzwischen festem Brauch ein zweites Frühstück aus der Hand, wofür unsere Organisationsleiterin Renate Metzger gesorgt hatte. Was uns unsere Führerin, eine resolute, gut informierte Frau, die seit Jahren das Wiedererstehen der Villa Borg mit erlebt hat, zeigte und erklärte, sorgte für reichlich Gesprächsstoff während der Weiterfahrt hinunter ins Moseltal. Während der Weiterfahrt riss die Wolkendecke auf und gab einen sonnigen Spätsommertag frei.

In Perl kehrten wir im Restaurant Kelterhaus im Ortsteil Maimühle ein. Die Sonne erlaubte mittlerweile die Mittagsrast auf der Terrasse zwischen den Weinreben mit reifen Trauben. Um unser nächstes Ziel, das Europamuseum in Schengen zu erreichen, brauchten wir nur über die Moselbrücke auf die andere Flussseite zu fahren. In dem weitläufigen Park- und Gartengelände des ehem. Schengener Schlosses ist unter alten Bäumen ein Museum mit Gastwirtschaft und Biergarten entstanden, das einen Besuch lohnt. Wegen der großen Anzahl der Teilnehmer wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die Führerinnen zeigten uns die Denkmäler und Zeugnisse, die das Andenken an die Vertragsunterzeichnungen von Schengen I (1985, Aufhebung der Grenzkontrollen) - und Schengen II (1990, Ausführungsbestimmungen) wach halten sollen. Manch einer dachte noch an die Zeit zurück, als wir luxemburger Elbling und Auxerrois, Zigaretten und Schokolade zunächst über die "grüne" Grenze nach Lothringen brachten und erst bei Waldwies / Hilbringen über den deutschen Zoll ins Saarland schmuggelten, in festem Vertrauen darauf, dass Sonntagsausflügler nach Lothringen nicht nach zu verzollenden Waren gefragt wurden. Zur Erinnerung an den Besuch konnte der Vorsitzende Rechtsanwalt Horst Altmeyer an der Erinnerungsstele für europäische Vereine in Schengen ein Schloss anbringen mit der Gravur: „Haus & Grund Riegelsberg – Europäer aus Riegelsberg.

Anschließend fuhren wir nach Remich zu den Parkanlagen zwischen Boulevard und Anlegestellen der Fährgastschiffe. Uns blieb noch Zeit für ein Eis in einem der zahl-reichen Bars und Eiscafes, oder für ein Schaufensterbummel entlang der Auslagen in der Hauptgeschäftsstraße. Ein großes Fahrgastschiff River Diva von Navitours in Remich nahm uns auf und fuhr uns eine halbe Stunde Mosel aufwärts (bis etwa Besch) und ebenso lange abwärts bis Schloss Thorn. Der Durst wurde gelöscht und der Ausblick auf die Weinberge und Wochenendgrundstücke vor allem auf der luxem-burgischen Moselseite genossen.

Schließlich brachte uns unser Bus sicher nach Püttlingen zum vorbestellten Abendessen im Restaurant Iliri, wo ein wieder mal sehr schöner Ausflug seinen Abschluss fand. Wie im Flug verging die Zeit, schneller als viele erwartet hatten, und um 22 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt der Fahrt am Rathaus in Riegelsberg zurück. Einen herzlichen Dank an den Vorsitzenden, die Organisationsleiterin Renate Metzger und den Vorstand von Haus & Grund Riegelsberg, die sich das Programm zu einem erfüllten Vereinsausflug ausgedacht und für einen erfolgreichen und harmonischen Ablauf Sorge getragen haben.

Dr. Werner Habicht

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